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08.05.2018Grußwort zum Gedenken an den 8. Mai 1945 | 27/2018

Der stellvertretende Ministerpräsident, Minister Christian Görke, spricht zur Gedenkveranstaltung im Landtag Brandenburg

Sehr geehrte Frau Britta Stark,
sehr geehrte Lehrerinnen und Lehrer des Georg Mendheim-Oberstufenzentrums,
liebe Schülerinnen und Schüler des Georg Mendheim-Oberstufenzentrums,
verehrte Abgeordnete,

wir gedenken heute, am 8. Mai, all der Toten, die in den Jahren der Naziherrschaft in Europa durch die Hölle gegangen sind.
Wir gedenken der Überlebenden, für die die Hölle mit dem Kriegsende längst nicht ausgestanden war.
Ihr Schicksal mahnt uns noch heute, eine solche Tragödie auf Erden nie wieder zuzulassen.
Millionen Menschen verloren ihr Leben.

Heute, mehr als 70 Jahre später, scheinen diese Wunden ver-heilt zu sein. Es scheint, als hätten die Europäer aus den schrecklichen Erfahrungen des 20. Jahrhunderts eine Lehre gezogen. Die Gründung der Europäischen Union war eine gute und wichtige Antwort auf die Katastrophen zweier Weltkriege, die millionenfach Leid über die Menschen gebracht hatten. Die Europäische Union war der Versuch, eine Antwort auf totalitäre Gesellschaftsmodelle und nationale Egoismen zu geben.
Eines der Motive für die Gründung der EU war der Wunsch nach Frieden und Aussöhnung. Die EU war und ist ein Friedensprojekt. Es hat Fehler und Unzulänglichkeiten, aber es gibt kein erfolgreicheres.
Ich bin sicher: Die europäische Idee ist der verkörperte Traum von der Versöhnung einst verfeindeter Völker. Und diese Idee ist und bleibt aktuell.

Aber vergessen wir nicht: der europäische Frieden ist keine Selbstverständlichkeit. Auch daran soll und muss dieser 8. Mai immer wieder erinnern. Und auch deshalb war es so wichtig, dass es in Brandenburg im Jahr 2015 gelungen ist, den Tag der Befreiung zum Gedenktag zu erklären.

Das klingt so banal, aber das ist es nicht. Auch ein solcher Gedenktag darf nicht zur Selbstverständlichkeit werden. Nein, er muss in jedem Jahr neu das Grausame und Unvorstellbare, das hier in Deutschland seinen Ursprung hatte, wieder erfahrbar machen. Wie nötig das auch im Jahr 2018 ist, zeigen das Erstarken rechtspopulistischer Strömungen und der erschreckende Anstieg antisemitischer Übergriffe. Hinzu kommt der auch in Europa um sich greifende Hang, liberales Gedankengut zugunsten einer nationalistischen, autoritären Politik einzuschränken und Stück für Stück auszuhöhlen. Das muss gerade uns Deut-sche alarmieren und zum Widerstand herausfordern.

Mit Blick auf die Menschheitsverbrechen, die in deutschem Namen begangen wurden, ist es unsere Pflicht, konsequent, mit Worten und Taten, den gefährlichen Flächenbrand des Rechtspopulismus zu bekämpfen.

Antisemitismus in jedweder Erscheinungsform, Intoleranz, Dis-kriminierung und Rassenhass - all das sind schleichende Gifte, die die Grundlage eines friedlichen Miteinanders und damit unseren demokratischen Rechtsstaat zerstören. Der Appell "Nie wieder!" mag noch so alt sein, er ist so aktuell und wichtig wie vielleicht seit dem Kriegsende nicht mehr.

Es freut mich deshalb sehr, dass heute junge Menschen ihre Sicht der Dinge in dieser Gedenkstunde darlegen werden. Auf euch kommt es an. Ihr seid Schülerinnen und Schüler des Georg-Mendheim-Oberstufenzentrums in Oranienburg. 

Gerade in eurer Heimatstadt hat der zweite Weltkrieg tiefen Narben hinterlassen. Die Gedenkstätte Sachsenhausen liegt direkt vor der Tür. Und die regelmäßigen Bombenfunde prägen noch immer die dort lebenden Menschen. Ich bin froh, dass sich das Georg Mendheim-Oberstufenzentrum diesem Thema auf vorbildliche Weise stellt. Und dafür danke ich der Schülerschaft und dem Lehrerkollegium persönlich und im Namen der Brandenburgischen Landesregierung aufrichtig.

Lassen Sie uns weiter gemeinsam rechtsradikalen, rechtspopulistischen Volksverhetzern entgegentreten. In diesem Sinne überlasse ich euch jetzt die Bühne und danke allen für die Aufmerksamkeit!


(Es gilt das gesprochene Wort!)

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