Mit über 1.500 antwortenden Amts- und Mandatspersonen und einer Rücklaufquote von 21,5 % produziert die schriftliche Befragung nach den Gütekriterien „Teilnahmequote“ sowie „Strukturähnlichkeit“ zwischen Grundgesamtheit und Stichprobe hochgradig belastbare quantitative Studienergebnisse für das Land Brandenburg. Die zentralen Ergebnisse lassen sich wie folgt zusammenfassen:
Deutlich mehr als jede dritte antwortende Amts- oder Mandatsperson berichtet für den abgefragten Zeitraum von 2014 bis Mitte 2021, dass sie selbst mindestens einen Angriff gegen sich selbst erlebt hat. Mit jeweils 52 % ist die Betroffenenquote bei den antwortenden Amtspersonen sowie den Mitgliedern der Kreistage bzw. Stadtverordnetenversammlungen der kreisfreien Städte besonders hoch. Im Hinblick auf die Häufigkeit von Angriffen ist ein starker Stadt-Land-Effekt bemerkbar: In den Großstädten über 20.000 Einwohnern finden sich mehr als dreimal so viel Angriffe wie in Brandenburger Dörfern mit einer geringen Anonymität. Schließlich weisen sowohl die quantitativen wie auch die qualitativen Ergebnisse auf sehr unterschiedliche Häufigkeit von Angriffen gegen Amts- und Mandatspersonen in den einzelnen Regionen Brandenburgs hin: Die Betroffenenquote schwankt zwischen Werten unter 20 % im Nordwesten (PLZ-Gebiet 169) und über 50 % im Raum Potsdam (PLZ 144) und dem Raum um Senftenberg (PLZ 019).
Am häufigsten (von einem Drittel der Antwortenden) werden Beleidigungen erlebt, von Frauen oft mit sexistischem Hintergrund. Bedrohungen, in einer Minderheit der Fälle auch gegen Familienangehörige oder Kollegenschaft, berichtet jeder und jede fünfte Antwortende. Sachbeschädigungen werden von 14 % der Antwortenden genannt und knapp vier Prozent haben angegeben, dass sie einmal oder mehrfach körperliche Gewalt gegen sich erlebt haben. Generell zeigt sich, dass weibliche Amts- und Mandatspersonen leicht häufiger, insbesondere aber in anderer Qualität angegriffen werden (beispielsweise mit Vergewaltigungsdrohungen).