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Steuerinformationen: Zinsinformationsverordnung

Zinsinformationsverordnung

Europa rückt auch bei der Besteuerung von Zinseinkünften näher zusammen

Seit dem 1. Juli 2005 sind die Regelungen der Zinsrichtlinie der Europäischen Union anzuwenden. Das Bundesministerium der Finanzen hat zu deren Umsetzung in nationales Recht die ebenfalls seit diesem Datum geltende Zinsinformationsverordnung (ZIV) erlassen. In allen anderen EU-Ländern gelten ähnliche Bestimmungen.

Die Zinsrichtlinie der Europäischen Union soll die effektive Besteuerung von Zinserträgen natürlicher Personen innerhalb der Europäischen Union (EU) sicherstellen. Sie gilt in allen EU-Mitgliedsstaaten sowie in den abhängigen und assoziierten Gebieten, wie Aruba, den Britischen Jungferninseln, den Britischen Kanalinseln, den Niederländischen Antillen und den Turks and Caiman Islands. Die Regelung beschränkt sich auf die Mitteilung grenzüberschreitender Zinszahlungen und lässt die innerstaatlichen Regelungen über die Besteuerung von Zinserträgen unberührt.

Über Zinszahlungen in anderen EU-Mitgliedsstaaten wird der Wohnsitzstaat des wirtschaftlichen Eigentümers der Zinszahlungen (einzelne natürliche Person) informiert. Dies bedeutet beispielsweise, dass ein Kreditinstitut in Frankreich der zuständigen französischen Finanzbehörde Zinszahlungen an einen deutschen Anleger meldet, die dieser auf einem Festgeldkonto in Frankreich erzielte. Die so gewonnenen Informationen übermittelt Frankreich an das deutsche Bundeszentralamt für Steuern, welches die Daten dem zuständigen Finanzamt des in der Bundesrepublik steuerpflichtigen Anlegers zur Verfügung stellt. Umgekehrt ist ein Kreditinstitut in der Bundesrepublik verpflichtet zum Beispiel Zinszahlungen an einen französischen Anleger an das Bundeszentralamt für Steuern zu melden. Das Bundeszentralamt für Steuern übermittelt die Daten dann an die französische Finanzbehörde.

Von diesem Mitteilungsverfahren sind für einen Übergangszeitraum Belgien, Luxemburg und Österreich sowie einige abhängige und assoziierte Gebiete ausgenommen. Anstelle der Auskunft an den Wohnsitzstaat wird hier eine anonyme Quellensteuer einbehalten. Die Quellensteuer beträgt für den Zeitraum vom 1. Juli 2005 bis 30. Juni 2008 15 Prozent, für die nächsten drei Jahre 20 Prozent und ab Mitte 2011 dann 35 Prozent.

Mit verschiedenen Drittstaaten, wie der Schweiz, Liechtenstein, San Marino, Monaco und Andorra wurden aus Konkurrenzgesichtspunkten der Zinsrichtlinie entsprechende Verträge geschlossen.

Ergänzende Informationen

 

Letzte Aktualisierung: 29.07.2014