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05.06.201925 Jahre Konversion in Brandenburg | 66/2019

Weitere 29 ehemalige Militärflächen in eine zivile Nutzung überführt – Finanzminister Görke eröffnet in Rathenow den Konversionssommer 2019

Minister Görke eröffnet Konversionssommer 2019 in Rathenow Neues Fenster: Bild - Minister Görke eröffnet Konversionssommer 2019 in Rathenow (5.6.2019) - vergrößern Minister Görke eröffnet Konversionssommer 2019 in Rathenow ©MdF

Rathenow/ Potsdam – Anlässlich der Eröffnung des diesjährigen Konversionssommers erinnerte Brandenburgs Finanzminister Christian Görke daran, dass sich in diesem Jahr der Abzug der sowjetischen Westgruppe der Truppen aus Deutschland zum 25. Mal jährt. Dieses besondere Jubiläum wird bereits im Titel der langjährigen Veranstaltungsreihe aufgegriffen: „25 Jahre Konversion statt Garnison“. Görke hob in Rathenow hervor: „In diesem Leitgedanken spiegelt sich das Ziel deutlich wider, die jahrzehntelang militärisch genutzten Liegenschaften einer zukünftigen zivilen Nachnutzung zuzuführen.“ Insgesamt rund 100.000 Hektar einst von der ehemaligen Westgruppe der sowjetischen Truppen genutzte Flächen hatte Brandenburg auf Grundlage eines Verwaltungsabkommens zwischen Bund und Land übernommen. „Bei diesen Liegenschaften handelte es sich unter anderem um Truppenübungsplätze, Flugplätze, Kasernen, Radarstationen, Wohngebäude, technische Baulichkeiten, Bunker und vieles mehr“, so Görke. In den vergangenen 25 Jahren sei es gelungen, rund 90 Prozent der übernommenen Flächen einer zivilen Nutzung zuzuführen, bilanzierte der für die Landesliegenschaften verantwortliche Finanzminister. Viele Unternehmen siedelten sich an, rund 1.800 Arbeitsplätze seien entstanden. In den 25 Jahren seien rund 1.100 Wohneinheiten auf den Flächen hergerichtet worden, 455 weitere Hektar Fläche seien entsiegelt und der Renaturierung zugeführt, über 220.000 Tonnen Boden saniert und mehr als 2,5 Millionen Liter Kerosin vom Grundwasser abgesaugt worden, so der Minister.

Für die erfolgreiche Konversion stehen viele Beispiele im Land, betonte Görke. Der Finanzminister nannte als Beispiel die 77 Hektar des früheren Truppenübungsplatzes „Bornstedter Feld“ in Potsdam, die das Land 1998 verkaufte und auf dem sich heute der Volkspark Potsdam mit Biosphäre, Sport- und Spielflächen befindet. Oder den rund 3.500 Hektar großen ehemaligen Truppenübungsplatz „Döberitzer Heide“, den das Land 2004 an die „Sielmanns Naturlandschaft Döberitzer Heide“ veräußerte. Diese hat rund 55 Kilometer Wanderwege in dem heutigen Naturschutzgebiet von Munition befreit und neu angelegt. Fast ausgestorbene Wildtierrassen wie die Przewalski-Pferde und Wisente haben hier unweit Berlins eine neue Heimat gefunden. Eines von vielen Beispielen für eine Unternehmensansiedlung sei das 2,4 Hektar große Grundstück der ehemaligen Kaserne Friedrich-Engels-Straße in Brandenburg (Havel). Im Jahr 2006 verkauft, fertigen hier heute 160 Beschäftigte der Schlote Brandenburg GmbH & Co. KG Gehäusekomponenten für die Automobil- und Fahrzeugindustrie.

Mit Blick auf die verbleibenden rund 10.000 Hektar sagte Görke: „Leider konnten noch nicht alle Garnisonen der Konversion zugeführt werden. Bei den gegenwärtig noch im Bestand befindlichen Liegenschaften handelt es sich um Areale, die entweder aufgrund ihrer Lage, ihres baulichen Zustandes, der Belastungen aus der militärischen Vornutzung, der Anforderungen des Denkmal- und Naturschutzes sowie anderer Restriktionen, oftmals auch im Zusammenspiel aller dieser Einflüsse, bislang keiner zivilen Nutzung zugeführt werden konnten“. Unter diesen schwierigen Rahmenbedingungen sei es umso erfreulicher, dass das Land im vergangenen Jahr 29 weitere Flächen veräußern konnte, die einst von der ehemaligen Westgruppe der sowjetischen Truppen (WGT) genutzt wurden. Die ehemaligen Militärareale mit einer Gesamtfläche von rund 280 Hektar gingen an private Immobilienentwickler, Kommunen und Privatpersonen.

Für diese 29 im vergangenen Jahr veräußerten Flächen nahm das Land Kaufpreise in Höhe von zusammen rund 7,1 Millionen Euro ein. „Wichtiger als der Erlös ist für das Land, dass diese Flächen saniert werden, auf ihnen Wohnungen entstehen, Gewerbe angesiedelt wird oder sie Standort zur Stromerzeugung werden – sie also sinnvoll zivil genutzt werden“, betonte Görke. Die Erlöse werden wieder für die Altlastensanierung, den Rückbau und für die Verwertungsvorbereitung der ehemaligen WGT-Liegenschaften eingesetzt.

Zu den 280 Hektar der im vergangenen Jahr veräußerten Liegenschaften gehört eine rund 93 Hektar große Fläche des früheren Flugplatzes Rangsdorf und der benachbarten Bücker-Werke, auf dem die sowjetischen Streitkräfte eine Nachrichten- und Hubschrauberreparatureinheit stationiert hatten. Der Käufer, ein Immobilienentwickler, verpflichtete sich, auf dem bebaubaren Teil der Liegenschaft überwiegend Wohnungen zu errichten. Das rund 70 Hektar große Flugfeld steht unter Denkmalschutz und darf nicht bebaut werden.

In Oranienburg konnte das Land im vergangenen Jahr eine rund 60 Hektar große Teilfläche des ehemaligen Flugplatzes an die Stadt Oranienburg veräußern. Die Kreisstadt verpflichtete sich, die Liegenschaft zur Ansiedlung von Gewerbe- und Industriebetrieben zu entwickeln sowie zur Sicherung von Grün- und Waldflächen. Im havelländischen Schönwalde-Glien erwarb ein Investor rund 67 Hektar der ehemaligen „Kaserne Fliegerhorst Schönwalde“. Er beabsichtigt, hier die Bestandsgebäude zu Wohnungen umzubauen.

Wie in den Vorjahren bietet der seit 1998 jährlich stattfindende Konversionssommer bis zum Oktober dieses Jahres wieder Veranstaltungen zum Thema der Umwandlung ehemaliger Militärareale in zivil genutzte Flächen. Die Auftaktveranstaltung des Konversionssommers in Rathenow veranstaltete das „Forum für Konversion und Stadtentwicklung“ im Land Brandenburg gemeinsam mit der Brandenburgischen Boden Gesellschaft (BBG), die für das Land die ehemaligen WGT-Flächen vermarktet.

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Hintergrund:

Konversionssommer 2019

Die von FOKUS, dem „Forum für Konversion und Stadtentwicklung", organisierte Veranstaltungsreihe Konversionssommer hat sich mit ihren zahlreichen Podiumsdiskussionen, Fachvorträgen, Workshops, Ausstellungen und Exkursionen als Impuls gebende Kommunikationsplattform profiliert. FOKUS ist ein kommunales Netzwerk und wurde 1997 gegründet. Zum FOKUS gehören 19 brandenburgische Städte und Gemeinden. Auch die Stiftung Naturlandschaften Brandenburg ist Teil des Netzwerks. In die regelmäßigen Beratungen sind auch Vertreter der Fachministerien, insbesondere das Ministerium für Wirtschaft und Energie (MWE), die Brandenburgische Boden (BBG), das Kompetenz-Zentrum für Konversion und Kampfmittelräumung (KOMZET e.V.), die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) und die Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) einbezogen. FOKUS wird unterstützt durch die Arbeitsgemeinschaft für Konversion und Strukturentwicklung ARGE KONVER.

Im Anhang finden Sie das Gesamtprogramm des Konversionssommers 2019.

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