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28.09.2018Ungewöhnliche Architektur mit nachhaltiger Wirkung | 70/2018

Feierliche Übergabe des Neubaus des Finanzamtes Oranienburg

Oranienburg – Heute übergaben Finanzminister Christian Görke und Norbert John, der technische Geschäftsführer des Brandenburgischen Landesbetriebes für Liegenschaften und Bauen (BLB) symbolisch einen Schlüssel für den Einzug in den Neubau des Finanzamtes in Oranienburg. Michael Fehlauer, Leiter des Finanzamtes Oranienburg, nahm den Schlüssel sichtlich erfreut entgegen. „Das ist für dieses Finanzamt eine Zäsur: Endlich sind nun alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an einem Standort vereint“, freute sich Fehlauer. Finanzminister Görke betonte: „Trotz Starkregen und Firmeninsolvenzen zu Beginn des Baus haben die Kolleginnen und Kollegen des BLB hier sehr gute Arbeit geleistet. Für rund 9,5 Millionen Euro ist ein architektonisch ungewöhnliches und nachhaltiges Gebäude entstanden, das ausgezeichnete Bedingungen bietet“. Davon konnten sich auch die Gäste auf einem anschließenden Rundgang überzeugen.

Gebündelte Kompetenz an einem historisch besonderen Ort

Bislang wurden vom Finanzamt Oranienburg neben dem sogenannten T-Gebäude drei weitere Objekte im Stadtgebiet genutzt. Mit dem Einzug in den Neubau wird die Behörde nun am Heinrich-Grüber-Platz vereint. „Die Bürgerinnen und Bürger können sich über einen gemeinsamen Standort für alle ihre steuerlichen Fragen freuen. Für meine Kolleginnen und Kollegen wird die Kommunikation wesentlich verbessert, die Arbeitsabläufe werden einfacher und schneller“, so Michael Fehlauer.

Der Neubau stellte Bauherrn und Architekten vor eine besondere Herausforderung: Denn der Hauptsitz der Finanzbehörde befindet sich im sogenannten T-Gebäude. Hier war während des Nazi-Terrors die zentrale SS-Verwaltungs- und Führungsbehörde für alle Konzentrationslager untergebracht. „Der Architektengemeinschaft ist es gelungen, mit ihrem konzeptionellen Entwurf die Geschichte des Ortes sensibel zu behandeln“, sagte Norbert John. „Es ist ein Gebäude mit anspruchsvoll gestalteten Büros entstanden, technisch auf modernstem Stand“, erläuterte John weiter. Das Kellergeschoss beherbergt ein großflächiges Archiv mit einer Rollregalanlage und ist über einen unterirdischen Gang mit dem Nachbargebäude verbunden. Die Konstruktion des Gebäudes, die Anlage von Treppen und Installationskernen und die Lage und Größe von Funktionseinheiten und Brandabschnitten sind so gewählt, dass kleinere und größere Umbauten leicht und ohne großen zeitlichen und finanziellen Aufwand möglich sind.

Erstes Landesgebäude nach Vorgaben der Nachhaltigkeitsstrategie

Das Gebäude hält die Energieverbrauchsgrenzwerte eines Passivhauses ein. Die Außenhülle ist gut gedämmt, die Fenster dreifach verglast und die Belüftung durch eine automatische Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung geregelt. Nach seiner Fertigstellung wurde die Luftdichtheit des Gebäudes mit Hilfe eines Differenzdruck-Messverfahrens geprüft – der Test wurde bestanden.

Als erstes Landesgebäude wurde der Erweiterungsbau nach den Vorgaben der Nachhaltigkeitsstrategie für das Land Brandenburg vom Juni 2014 gebaut. Im Mittelpunkt steht das „Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen“ des früheren Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS), das unter der Kurzbezeichnung „BNB“ bekannt ist. Damit werden die ökologischen, ökonomischen, soziokulturellen und funktionalen sowie die technischen Qualitäten festgelegt, kontrolliert und bewertet. Das neue Gebäude schneidet in allen Qualitätsgruppen überdurchschnittlich gut ab. Wegen des Einsatzes regenerativer Energien und des niedrigen Verbrauchs liegt auf den ökologischen Kriterien ein besonderes Gewicht. „Wir streben eine Zertifizierung nach dem sogenannten Silberstandard an. Dieser steht, aller Voraussicht nach, nichts im Wege“, ergänzte Norbert John.

Zur Beheizung des Gebäudes wird Erdwärme mit Hilfe von Sonden und Wärmepumpen nutzbar gemacht. Im Sommer wird dieses geothermische Prinzip umgekehrt und zur Kühlung der Räume eingesetzt. Dafür wurden 16 Sonden bis zu einer Tiefe von 99 Meter in der Erde versenkt. 260 Quadratmeter Solarzellen auf dem Dach erzeugen die notwendige elektrische Energie. Sollte die Sonne einmal nicht stark genug scheinen und die Erdwärmeversorgung an ihre Grenzen stoßen, decken die Stadtwerke Oranienburg und ein Gasbrenner im Keller automatisch und unaufgefordert den zusätzlichen Energiebedarf. Die Folge sind niedrige Energiekosten und eine hervorragende CO2-Bilanz. „Auch diese hervorragenden Baueigenschaften sind ein Beitrag zur Konsolidierung des Landeshaushaltes und zur Dämpfung des Klimawandels“, freute sich Finanzminister Christian Görke.

Die Fassade ist ein bedeutender Baustein im nachhaltigen und energieoptimierten Gebäude. Es hat vieler Variantenuntersuchungen bedurft, um die bauphysikalischen Ansprüche, die angestrebte Behaglichkeit, das gewünschte Tageslicht, den Sonnenschutz, die Anforderungen an die Belüftung und die gestalterischen Vorstellungen miteinander in Einklang zu bringen. Die Fassade weist einige Besonderheiten auf. Die Fenster sind dreifach verglast, zur Senkung der Wärmeverluste ist die Anzahl der Fugen auf ein Minimum reduziert, die elektrisch steuerbaren Sonnenschutzlamellen liegen nahezu unsichtbar zwischen der äußeren und mittleren Scheibe, zur individuellen Lüftung und Verbesserung der Behaglichkeit lässt sich neben den feststehenden Fenstern ein Fassadenteil öffnen.

„Unser Pilotprojekt war und ist für alle Beteiligten eine Herausforderung. Die gewonnen Erfahrungen werden wir in die Errichtung weiterer nachhaltiger Gebäude einfließen lassen“, resümierte John.

 

Über den BLB

Der Brandenburgische Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen (BLB) ist der zentrale Partner für die Landesverwaltung Brandenburg bei den Themen Liegenschafts-, Gebäude- und Baumanagement. Als Eigentümer bewirtschaftet er große Teile des Liegenschaftsvermögens des Landes und ist gleichzeitig serviceorientierter Vermieter. Für die Kunden im Land Brandenburg, von der Staatskanzlei über das Justizministerium bis zum Forstamt, für den Bund und bei besonderem Landesinteresse auch für Dritte managt der BLB Bauprojekte. Weiterhin organisiert er den Fuhrpark der allgemeinen Landesverwaltung Brandenburgs. Durch eine optimale Bewirtschaftung und Verwertung aller Liegenschaften sowie durch die effiziente Planung des Fuhrparks leistet der BLB einen aktiven Beitrag zur Entlastung des öffentlichen Haushalts des Landes Brandenburg.
Weitere Informationen unter www.blb.brandenburg.de und unter
www.bnb-nachhaltigesbauen.de.

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